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Was ist 6.15?
Zum erstenmal seit der Trennung des Landes vor 60 Jahren
kamen zwischen 12. und 15. Juni 2000 in Pyongyang die beiden Staatschefs von Süd- und Nordkorea,
Kim Dae-Jung und Kim Jong-Il, zu einem Gipfeltreffen zusammen. Zum Abschluss
dieses historischen Ereignisses wurde am 15.Juni 2000 eine gemeinsame
Nord-Süd-Erklärung veröffentlicht.
Die wichtigsten Punkte der 615-Erklärung sind :
1) Das beiderseitige
Bekenntnis, dass die Wiedervereinigung in unabhängiger und souveräner Manier, unter vereinten Kräfte des koreansichen Volkes herbeigeführt
werden muss.
2) Die
übereinstimmende Feststellung, dass es eine Gemeinsamkeit besteht zwischen den
Vereinigungskonzepten von Nord-und Südkorea, und dass der Vereinigungsprozess
in diese Richtung vorangetrieben werden muss.
3) Die gemeinsame
Vereinbarung, humanitäre Massnahmen, wie das Treffen von getrennten
Familienangehörigen, sofort in Angriff zu nehmen, sowie Zusammenarbeit und Austausch in allen Bereichen der Gesellschaft – der Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Sport,
Gesundheit und Umwelt – auszuweiten und zu vertiefen.
Es ist nicht übertrieben, dieses 6.15-Treffen als einenbedeutenden Wendepunkt in der jüngeren koreanischen Geschichte zu bezeichnen.
Grundlegenden Prinzipen und Leitlinien des Wiedervereinigungsprozesses wurden
offiziell vereinbart und auf höchster Ebene legitimiert. Seitdem steht der
Zeichen der Zeit nicht mehr auf Anfeindung und Konfrontation, sondern auf
Annährung und Kooperation. Den rasanten Wandel in der Nord-Süd-Beziehung belegen
die zahlreichen, nun kaum mehr
überschaubaren, Austauschprogramme, Treffen, Konferenzen und gemeinsamen
Projekten, die sich auf alle Bereiche der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erstrecken.
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